Was tun gegen zu viele männliche Hormone? (PCO-Syndrom)

PCO SyndromWenn der weibliche Körper zu viele männliche Hormone produziert, spricht man vom PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarialsyndrom). Man geht davon aus, dass in Deutschland ca. 1 Million Frauen davon betroffen sind. PCO ist einer der häufigsten Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch in Europa. Zu den Symptomen von PCO zählen häufig Unfruchtbarkeit, ein unregelmäßiger Zyklus, verstärkte Talgproduktion (und damit Akne) und auch starke Körperbehaarung. In diesem Beitrag sehen wir uns an, welche Therapiemöglichkeiten es gibt und wie es überhaupt zu PCO kommen kann.

Wie entsteht PCO?

Heutzutage wissen Mediziner noch immer nicht ganz genau, warum manche Frauen zu viele männliche Hormone haben. Es gibt jedoch immer konkretere Vermutungen.

Neue Forschungsergebnisse deuten vor allem darauf hin, dass genetische Faktoren die Ursache sein könnten. Trotzdem betonen die Forscher, dass oft auch ein falscher Lebensstil und falsche Ernährung zur Entwicklung von PCO beitragen. Übergewichtige oder stressbelastete Frauen haben also eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, an PCO zu erkranken.

Oft sind vor allem 3 Faktoren an der Entstehung von PCO beteiligt: Die genetische Veranlagung, der Stoffwechsel (Insulinhaushalt) und Adipositas, bzw. Übergewicht.

Wie erkenne ich das polyzistische Ovarialsyndrom?

Es gibt einige Merkmale, an denen man relativ schnell erkennen kann, ob man an PCO leidet. Wenn einige der folgenden Symptome zutreffen, leidest du mit erhöhter Wahrscheinlichkeit an zu vielen männlichen Hormonen:

  • erhöhtes Wachstum der Körperhaare
  • Oberlippenflaum
  • Auftreten von Akne
  • Angehörige mit PCO-Syndrom
  • unregelmäßige Regelblutungen, bzw. Ausbleiben der Periode
  • stärkerer Ausfall der Haare
  • Unfruchtbarkeit / geringe Fruchtbarkeit

Wichtig: Es ist selten, dass wirklich alle Merkmale erkennbar werden. Oft kommt nur ein Teil der Symptome zum Vorschein.

In jedem Fall empfiehlt sich der Gang zu einem Spezialisten. Der Arzt kann die Konzentration der männlichen Hormone im Blut überprüfen und eine sichere Diagnose stellen.

Kann ich dem PCO-Syndrom vorbeugen?

Da vor allem genetische Faktoren eine große Rolle spielen, kann man nur bedingt vorbeugen. Wie bereits weiter oben erwähnt, haben Forscher das Auftreten von PCO mit einem ungesunden Lebensstil in Verbindung gebracht.

Es empfiehlt sich daher, regelmäßig Sport zu treiben und das Körpergewicht an einen normalen Wert anzupassen. Vor allem übergewichtige Frauen gehören zur Risikogruppe.

Zu viele männliche Hormone

Außerdem ist bei der Produktion von Hormonen der Stoffwechsel sehr wichtig. Daher sollte man nur bedingt zuckerhaltige Lebensmittel zu sich nehmen, um das Risiko, Diabetes zu bekommen (klassische Erkrankung des Stoffwechsels), zu minimieren.

Wie verläuft die Therapie bei PCO?

Es gibt mehrere Behandlungsmethoden bei PCO. Die gewählte Art der Behandlung richtet sich nach den Wünschen der Patientin. Die unkomplizierteste Art der Behandlung kann bei Patientinnen, die keinen Kinderwunsch haben, durchgeführt werden.

Bei Patientinnen ohne Kinderwunsch wird die Antibabypille verschrieben. Einfach gesagt hemmen diese Pillen die Produktion männlicher Hormone im eigenen Körper und reduzieren die Symptome. Vor allem Akne und starke Behaarung sollte man damit schnell in den Griff bekommen. Auch der Zyklus wird mit der Antibabypille normalisiert.

Tipp: Um die Haare schneller loszuwerden, kann man zu Enthaarungsgeräten greifen. Sogenannte IPL-Entferner können auch im Gesicht angewendet werden und wirken länger als Rasieren oder Waxing.

Hat die Patientin einen Kinderwunsch, muss man logischerweise auf die Antibabypille verzichten. Vor allem der Stoff „Clomifen“ eignet sich in diesen Fällen gut. Er kann bei Frauen den Eisprung auslösen. Laut SPON wird Clomifen jedoch vielleicht bald von einem anderen Arzneistoff, dem sogenannten Letrozol, abgelöst. Studien zeigen, dass es zu einer höheren Anzahl an Lebendgeburten führt.

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